CAR-T-Zelltherapie

CAR-T-Zelltherapie bei chronischer lymphatischer Leukämie

CD19-gerichtete CAR-T-Zelltherapie für Patienten mit fortgeschrittener chronischer lymphatischer Leukämie

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) verläuft meist friedlich und ohne größere Beeinträchtigung von Lebenserwartung und Lebensqualität der betroffenen Patienten. Bei einigen wenigen Patienten ist der Krankheitsverlauf jedoch deutlich aggressiver, so dass auch moderne Medikamente, speziell Bruton-Tyrosin-Kinase-Inhibitoren (BTKi, z.B. Acalabrutinib und Zanubrutinib) und BCL-2-Inhibitoren (BL2i, z.B. Venetoclax), nicht mehr wirken. Diese sog. doppelrefraktären Patienten können von einer Behandlung mit CAR-T-Zellen profitieren.

Was sind CAR-T-Zellen?

CAR-T Zellen sind Immunzellen, die durch ein gentechnisches Verfahren befähigt werden, spezifische Strukturen auf der Zelloberfläche von Krebszellen zu erkennen. Dadurch können CAR-T-Zellen dann Krebszellen abtöten. Im Gegensatz zu den medikamentösen CLL-Therapien handelt es sich bei der CAR-T-Zelltherapie immer um eine Einmalbehandlung, d.h. nach einer ca. 2-wöchigen stationären (ggf. auch teilweise ambulanten) Behandlungs- und Überwachungsphase ist die eigentliche Therapie abgeschlossen. Es erfolgt allerdings eine ambulante Nachbetreuung zur Überwachung von Verträglichkeit und Wirksamkeit der Behandlung nach einem strukturierten Zeitplan. 

CD19.CAR-T-Zell-Produkte aus industrieller Fertigung sind für etliche andere Leukämien und Tumoren des Immunsystems in Europa zugelassen. CAR-T-Zellen gegen CLL sind jedoch in Deutschland außerhalb von klinischen Studien nur am UKHD verfügbar. 

Dabei handelt es sich um Heidagen-lecleucel, ein neuartiges CD19.CAR-T-Zellprodukt, welches sich durch eine besonders gute Verträglichkeit und Wirksamkeit bei Patienten mit fortgeschrittener CLL auszeichnet. Es wird am Universitätsklinikum Heidelberg hergestellt und verfügt über eine Genehmigung der Bundesoberbehörde, dem Paul-Ehrlich-Institut, zur Anwendung bei erwachsenen Patienten mit CLL.  

Für wen kommt Heidagen-lecleucel in Frage?

Die Entscheidung zur Behandlung erfolgt nach individueller ärztlicher Bewertung. In der Regel wird man CAR-T-Zellen bei der CLL erst in Betracht ziehen, wenn die verfügbaren zugelassenen medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ganz oder weitgehend ausgeschöpft sind und eine allogene Stammzelltransplantation keine Option darstellt. 

Konkrete Voraussetzungen (alle müssen erfüllt sein) sind somit:

  • Rezidivierte oder refraktäre CLL
  • Nicht-Ansprechen auf kovalente BTKi (Ibrutinib, Acalabrutinib, Zanubrutinib)
  • Nicht-Ansprechen oder Frührezidiv (innerhalb von 2 Jahren nach Therapieende) auf BCL2i (Venetoclax, Sonrotoclax)
  • Keine Transformation der CLL in ein aggressives Non-Hodgkin- oder Hodgkin-Lymphom
  • Guter Allgemeinzustand (ECOG Performance Status 0–1)

Zusatz: Weitere medizinische Voraussetzungen (z.B. Begleiterkrankungen, Organfunktionen, Infektionsstatus, aktuelle Krankheitsaktivität, Begleitmedikation) werden individuell geprüft.

CAR-T-Zelltherapie für Patienten mit CLL in Heidelberg: Kompetenz und Expertise

Das Heidelberger CLL-CAR-T-Zellprogramm wird geleitet von Prof. Dr. Peter Dreger und Prof. Dr. Michael Schmitt, zwei international renommierten Experten in der Zelltherapie bei der CLL bzw. der Eigenherstellung von CAR-T-Zellen. Unterstützt durch ein kompetentes Team von Ärzten, Wissenschaftlern, Case Managern, Pflegepersonal und MTAs beraten sie Sie über die Eignung und den besten Zeitpunkt zur CAR-T-Zelltherapie, aber auch Behandlungsalternativen, begleiten Sie durch die Behandlung und steuern die Nachbetreuung. 

Koordinator und erster Ansprechpartner bei Ihrem Weg durch die CAR-T-Zelltherapie ist Dr. Patrick Derigs, ebenfalls ein erfahrener Zelltherapeut.

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